Station 35

Zeitgenössische Aussagen über Karl May

„Hoffentlich gelingt es bald, diesen schlauen und raffinierten Freibeuter zu ergreifen.“  Aus einem Zeitungsartikel vom August 1869                                                                   (Chronik I, S. 167)

„Die ganze Persönlichkeit des Angeklagten machte in der Hauptverhandlung den Eindruck eines komischen Menschen, der gewissermaßen aus Übermut auf der Anklagebank zu sitzen schien.“ Karl Mays Pflichtverteidiger Karl Hugo Haase am 13.04.1870 in der Berufungssache gegen Mays Verurteilung zu vier Jahren Zuchthaus.             
(Chronik I, S. 176)

„Das ist aber wahr, dass der Verfasser all jene Länder bereist hat, welche den Schauplatz der Abenteuer bilden; … “                                                                                              
(Mai 1880, Chronik I, S. 258)

„Unser beliebter ´Weltläufer´ befand sich nämlich im Sommer 1884 in Ägypten.“
 (Okt. 1885, Chronik I, S. 317)


Beide Aussagen stammen von der Redaktion des katholischen „Deutscher Hausschatz in Wort und Bild“, Verlag Pustet, Regensburg.   
Zur Richtigstellung: Die Behauptungen waren zu dieser Zeit falsch!

Karl May möge doch „darauf verzichten, Jules Verne und den Apostel Paulus in einer Person darzustellen, … “ Hermann Cardauns, Hauptschriftleiter der katholischen „Kölnischen Volkszeitung“                                                                                                        
(Juli 1899, Chronik II, S. 257)

„Auf diese gegen ihn öffentlich erhobenen Angriffe hin zeigten sich bei ihm Irrsinnerscheinungen –  […]  und wurde er daraufhin tatsächlich in eine Irrenanstalt verbracht.“ Pater Willibrord Beßler über Karl May, nachdem publik geworden war, dass die beschriebenen Abenteuer „pure Erfindung seien“, dass Karl May „nicht Katholik, sondern Protestant sei“  usw.                                                                                              
(Dezember 1903, Chronik III, S. 295/296)
Zur Richtigstellung: Karl May war nie in einer Irrenanstalt!

Karl May ist „ein ausgesprochener Schriftsteller der Jugend“ und kann „als Dramatiker nur der Kuriosität halber besprochen werden“. „Deutsches Volksblatt“ Wien an eine Leserin
(11. Jan. 1907, Chronik IV, S. 135)

Pater Ansgar Pöllmann als angebliche Quintessenz einiger Gutachten: „ … dass nur passive, geistesträge, weichliche, energielose Schüler sich ausdauernd mit Mays Abenteuern beschäftigen“. Seine Gedanken verschickt Pater Pöllmann als Flugblatt an verschiedene Schulen.
(Januar 1910, Chronik V, S. 16/17)

„ …, so wird auch der Drache May, den Sie noch töter als tot schlagen möchten, noch lange gelesen werden, wenn nach allen seinen heutigen Widersachern kein Hahn mehr kräht.“ Josef Allgeier an Pater Ansgar Pöllmann                                                                                                            
(März 1910, Chronik V, S. 57)